Im Oktober 2017 wurde die aktuelle G-Revision des IPC-J-STD-001, Anforderungen für gelötete elektrische und elektronische Baugruppen, veröffentlicht. Die gewünschte Harmonisierung mit anderen häufig genutzten Standards wie beispielsweise IPC-A-620C und IPC-A-610G war der Hauptgrund für die Aktualisierung des J-STD-001. Im Rahmen der Orientierung an anderen Standards wurden widersprüchliche Kriterien in zahlreichen Dokumenten aufgearbeitet und von einer Gruppe von Spezialisten Modifikationen durchgeführt. Wie man es mittlerweile auch bei anderen Standards kennt, schreibt IPC die Anwendung der aktuellsten Version eines Dokuments nicht als bindend vor.

Schon kurz nach der Veröffentlichung der G-Revision des IPC-J-STD-001 folgte im März 2018 der Zusatz für Anwendungen im Weltraum und Militär, das Addendum IPC-J-STD-001GS. Im Basisdokument findet man einen Referenzindikator für die Anforderungen an Weltraum- und Militärapplikationen. Diese sind mit einem Symbol von der Raumstation gekennzeichnet.

Der IPC-J-STD-001 ist das geeignete Dokument wenn es um Informationsbedarf über Prozesskontrolle bei Baugruppenprozessen geht. Der Standard umfasst Anforderungen und Ausrüstung für Lötprozesse wie auch Materialien wie beispielsweise verwendete Flussmittel- und Lötlegierungen. Außerdem werden Richtlinien für die Arbeitsumgebung wie Beleuchtung, Temperatur und Feuchtigkeitsprobleme beschrieben.

Behandelte Themen sind: allgemeine Anforderungen beispielsweise für Gesundheit und Sicherheit, Personalkompetenz und Definitionen, Materialien, Anforderungen an Komponenten und Ausrüstungen, allgemeine Löt- und Baugruppen Anforderungen,
Kabel- und Terminal Verbindungen, Durchsteckbefestigung und Abschluss
Oberflächenbefestigung von Komponenten sowie Nacharbeit (= rework) und Reparatur (= repair).

Themen zur Reinigung spezifisch für den IPC-J-STD-001 stehen in dem Kapitel „Anforderungen für Reinigungsprozesse“. Außer allgemeinen Informationen und Kriterien wie beispielsweise Ultraschall-Reinigung werden auch einige Reinigungstestverfahren beschrieben.

Das Kapitel Anforderungen für PCBs behandelt Themen wie Delamination, Hofbildung, Kennzeichnung, Verwindungen und Wölbungen (bow & twist), Nutzentrennung, Randkontakte u.a.

Das Kapitel über Produktsicherheit ist spezifisch für den IPC-J-STD-001 und beschreibt Anforderungen für Prozesskontrolle, Nutzungsmöglichkeiten und statistische Prozesskontrolle.

Sollten Sie die Anwendung des IPC-J-STD-001 in Erwägung ziehen, ist eine Schulung das geeignete Mittel den Standard grundlegend zu lernen. Dies gelingt mithilfe der entsprechenden IPC Zertifizierung. IPC J-STD-001 Schulungs- und Zertifizierungsprogramme werden von PIEK als In-company Schulung vor Ort in Ihrem Unternehmen oder als regionale Schulung angeboten.

Die Zertifizierungsschulung für den IPC-J-STD-001 besteht nicht nur aus Theorie und einem schriftlichen Examen. Im praktischen Schulungsteil üben die Teilnehmer Aufgaben wie Löten an Kabeln und Terminals, Durchstecktechnologie und auch SMT. Außerdem werden Inspektionen als praktische Übungen ausgeführt. Besonders bei den Praxisübungen ist es wichtig, dass die Schulungsteilnehmer das entsprechende Training und die Unterstützung von erfahrenen Trainern erhalten.

Gut zu wissen ist das bei Praxisschulungen von PIEK Sie aus einer Vielzahl von namhaften Herstellern von Lötausrüstungen wählen können. Zum Beispiel Ersa, Hakko, JBC, Metcal, Oki, Pace oder Weller.

Auch wenn IPC Dokumente von interessierten Personen einfach gekauft werden können, kann ein Standard allein nicht das Wissen und die Fähigkeiten vermitteln, die in einem Schulungs- und Zertifizierungsprogramm angeboten werden. Die PIEK-eigenen Trainer verfügen über umfassende Erfahrungen und bieten optimale Begleitung im korrekten Umgang und in der Interpretation des Standards.