Häufig findet man in Artikeln oder Abhandlungen der elektronischen Verbindungsindustrie vier Wörter, die scheinbar synonym verwendet werden. Oder geht es um den gleichen Sachverhalt und ist die gleichzeitige Verwendung der deutschen und englischen Begriffe nur Zufall?

In unserem heutigen Artikel beschäftigen wir uns näher mit der teilweisen Sprachverwirrung bei Repair, Rework bzw. Reparatur und Nacharbeit und bringen Klarheit.

PIEK hat in diesem Zusammenhang eine Liste mit kurzen Definitionen zusammengestellt.

Nacharbeit oder Rework ist die Nachbearbeitung einer Baugruppe, die festgelegte Kriterien nicht erfüllt. Bei Nacharbeit wird der Originalprozess oder ein alternativer Prozess verwendet, unter der Bedingung, dass die Baugruppe am Ende die Kriterien vollständig erfüllt. Einige Beispiele sind unzureichende Lötstellen, fehlende Bauteile, falsch platzierte Bauteile, falsch gepolte Bauteile, Entfernung von Kurzschluss u.a.

Wie in obiger Definition zu lesen ist, geht es bei Nacharbeit auch um die Einhaltung bzw. Erfüllung festgelegter Kriterien. Diese sind für die elektronische Verbindungsindustrie durch IPC, den Dachverband für weltweit anerkannte Standards in der elektronischen Verbindungsindustrie, eindeutig festgelegt. Für die korrekte Nachbearbeitung gibt es die Richtlinien in Form des IPC-7711/7721. Dieser Standard beschreibt deutlich und schrittweise wie Anwender und andere Personen, die Baugruppen oder Leiterplatten nachbearbeiten müssen. Die verwendeten Begriffe und Definitionen sind einheitlich und entsprechen der Terminologie der anderen IPC Dokumente, die in der gesamten elektronikproduzierenden Industrie genutzt werden.

Nacharbeit ist wirtschaftlich oft sinnvoll, wenn ein Unternehmen in der Lage ist, eigenständig fehlerhafte Baugruppen nachzuarbeiten, denn es spart nicht nur Geld, sondern schont auch Ressourcen und damit die Umwelt. Außerdem bietet Nacharbeit die Möglichkeit Garantieverpflichtungen gegenüber eigenen Kunden einzuhalten und damit einen Imageverlust zu vermeiden.

Reparatur oder Repair bezeichnet die Reparatur einer Baugruppe, die festgelegte Kriterien nicht erfüllt oder nicht funktionsfähig ist, wobei die Wiederherstellung der Funktion an erster Stelle steht. Die Kriterien werden nach der Reparatur zwar erfüllt, allerdings können kosmetische Abweichungen und/oder eine eingeschränkte Anwendung vorhanden sein. Beispiele sind u.a. unterbrochene oder eingeschnürte Leiterbahnen, abgelöste Lötaugen, beschädigte Durchkontaktierungen, LP-Basismaterial Reparatur u.a.

Auch bei der Reparatur von Baugruppen geht es um die Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit. Und wie bei Nacharbeit geht es um die Erfüllung von Kriterien, die im IPC-7711/7721 Standard festgelegt sind. Aus einer wirtschaftlichen Perspektive ist auch bei der Reparatur von Baugruppen der Kosten-Nutzen Faktor abzuwägen. Mittlerweile haben immer mehr Unternehmen Strategien für Nacharbeit und Reparatur. Dies beinhaltet die entsprechende Zertifizierung des eigenen Personals, um Fehlerbehebungen adäquat durchzuführen und damit die Wertschöpfung der Produkte zu bewahren.